12-01-21
Interview mit Lorenzo Marazzotta

Das See-Spital hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Was nehmen Sie aus dem Jahr 2020 mit?

Zuerst einmal den grossen und unermüdlichen Einsatz aller See-Spital-Mitarbeitenden. Was sie im letzten Jahr geleistet haben, hat mich tief beeindruckt. Sie waren bereit, Sondereinsätze zu leisten, wo immer diese nötig waren, und gingen dabei oft an ihre persönlichen Grenzen. Nur dank ihrer selbstlosen Arbeit konnten wir auch während der schlimmsten Phasen der Krise uneingeschränkt für unsere Patientinnen und Patienten da sein. Die Pandemie hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine gute und leistungsfähige Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung ist.

Wie stark war das See-Spital von der Pandemie betroffen?

Das letzte Jahr stellte das See-Spital vor besonders grosse Herausforderungen. Als einziges Spital im Kanton Zürich mussten wir aufgrund des angeordneten Operationsstopps während der ersten Welle der Pandemie einen ganzen Standort schliessen. Das hatte empfindliche finanzielle Ausfälle zur Folge. Umso grösser ist die Befriedigung darüber, dass wir dank der soliden finanziellen Basis stets über ausreichend Liquidität verfügten und den COVID-19-Notkredit nicht in Anspruch nehmen mussten.

Gibt es aus Ihrer Sicht auch Highlights?

Absolut. Trotz Corona konnten wir wichtige Weichen für die Zukunft des See-Spitals stellen. Wir haben unsere Zwei-Standorte-Strategie mit dem traditionsreichen Belegarztspital am Standort Kilchberg und dem Standort Horgen als Zentrum für die regionale Grundversorgung weiter geschärft. Der Neubau NEO schreitet termingerecht voran. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist die Vertiefung der bewährten Zusammenarbeit mit der Hirslanden-Gruppe zu einer strategischen Kooperation.

Was ist das Ziel der Stiftung für das Jahr 2021?

Zunächst einmal: Corona wird uns alle auch 2021 weiterhin beschäftigen. Kurzfristiges Ziel muss es sein, die Krise gemeinsam zu überwinden und gestärkt in die Zukunft zu gehen. Parallel dazu werden wir unsere strategischen Projekte entschlossen weiter vorantreiben, um den Gesundheitscampus am Standort Horgen Schritt für Schritt zu realisieren und den Standort Kilchberg für Belegärztinnen und -ärzte noch attraktiver zu gestalten. Ein wichtiges Element ist dabei der Ausbau bestehender und neuer Partnerschaften.