Geschäftsbericht 2020

Ein weichenstellendes Jahr liegt hinter uns.

Geschäfts-bericht 2020

Ein weichenstellendes Jahr liegt hinter uns.

Im Fokus lagen die Bewältigung der Corona-Pandemie, der Aufbau einer zukunftsträchtigen Strategie und die Festigung der neuen Positionierung.

Interviews

Interview mit Lorenzo Marazzotta

Im Interview spricht Stiftungsratspräsident Lorenzo Marazzotta über die finanziellen Auswirkungen der Pandemie und verrät, welche Ziele die Stiftung dieses Jahr anstrebt.

Das See-Spital hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Was nehmen Sie aus dem Jahr 2020 mit?

Zuerst einmal den grossen und unermüdlichen Einsatz aller See-Spital-Mitarbeitenden. Was sie im letzten Jahr geleistet haben, hat mich tief beeindruckt. Sie waren bereit, Sondereinsätze zu leisten, wo immer diese nötig waren, und gingen dabei oft an ihre persönlichen Grenzen. Nur dank ihrer selbstlosen Arbeit konnten wir auch während der schlimmsten Phasen der Krise uneingeschränkt für unsere Patientinnen und Patienten da sein. Die Pandemie hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine gute und leistungsfähige Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung ist.

Wie stark war das See-Spital von der Pandemie betroffen?

Das letzte Jahr stellte das See-Spital vor besonders grosse Herausforderungen. Als einziges Spital im Kanton Zürich mussten wir aufgrund des angeordneten Operationsstopps während der ersten Welle der Pandemie einen ganzen Standort schliessen. Das hatte empfindliche finanzielle Ausfälle zur Folge. Umso grösser ist die Befriedigung darüber, dass wir dank der soliden finanziellen Basis stets über ausreichend Liquidität verfügten und den COVID-19-Notkredit nicht in Anspruch nehmen mussten.

Gibt es aus Ihrer Sicht auch Highlights?

Absolut. Trotz Corona konnten wir wichtige Weichen für die Zukunft des See-Spitals stellen. Wir haben unsere Zwei-Standorte-Strategie mit dem traditionsreichen Belegarztspital am Standort Kilchberg und dem Standort Horgen als Zentrum für die regionale Grundversorgung weiter geschärft. Der Neubau NEO schreitet termingerecht voran. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist die Vertiefung der bewährten Zusammenarbeit mit der Hirslanden-Gruppe zu einer strategischen Kooperation.

Was ist das Ziel der Stiftung für das Jahr 2021?

Zunächst einmal: Corona wird uns alle auch 2021 weiterhin beschäftigen. Kurzfristiges Ziel muss es sein, die Krise gemeinsam zu überwinden und gestärkt in die Zukunft zu gehen. Parallel dazu werden wir unsere strategischen Projekte entschlossen weiter vorantreiben, um den Gesundheitscampus am Standort Horgen Schritt für Schritt zu realisieren und den Standort Kilchberg für Belegärztinnen und -ärzte noch attraktiver zu gestalten. Ein wichtiges Element ist dabei der Ausbau bestehender und neuer Partnerschaften.

Interview mit Markus Bircher

Markus Bircher spricht über die Corona Krise und deren Einfluss auf die Gesundheitsversorgung. Er blickt aber auch in die Zukunft und erläutert die erarbeitete See-Spital Strategie und die Wichtigkeit der Partnerschaften.

Herr Dr. Bircher, Sie sind seit einem Dreivierteljahr im Amt als CEO. Was hat Sie in dieser Zeit und vor allem im Jahr 2020 besonders geprägt?

Natürlich geht 2020 als Corona-Jahr in die Geschichtsbücher ein. Ich trat die Leitung des See-Spitals mitten in der ersten Welle der Corona-Pandemie an. Dabei erlebte ich von Beginn weg ein hoch motiviertes Team, welches den Fokus auf die Gesundheitsversorgung der Region legte. Gegen Ende 2020 erreichte uns – sogar noch heftiger – die zweite Welle. Ich bin beeindruckt von der Leistungsbereitschaft, welche unsere Mitarbeitenden an den Tag legten, um die Pandemie zu bewältigen. Sie stehen tagtäglich im Dienst der Patientinnen und Patienten und setzen Worte und Strategien in Taten um.
Das Jahr 2020 hat aber auch klar gezeigt, dass eine regionale Gesundheitsversorgung in Zukunft nur durch die intensive Zusammenarbeit mit den Haus- und Belegärzten sowie mit starken Kooperationspartnern sichergestellt werden kann. Hier kann ich meinen Beitrag als CEO leisten und gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen der Geschäftsleitung die Zukunft des See-Spitals planen und gestalten. Ich kann mit Stolz sagen, dass wir ein sehr leistungs- und zukunftsfähiges Spital sind.

Welche Strategie verfolgten Sie 2020 und was wird Sie 2021 weiterhin begleiten?

Es war wichtig, die strategische Ausrichtung des See-Spitals trotz Corona-Pandemie nicht zu vernachlässigen. Demzufolge mussten wir uns Gedanken über die Positionierung unserer beiden Häuser in der Gesundheitsversorgung am linken Zürichseeufer machen. Ich sehe das See-Spital als Regionalspital mit zwei Standorten, starken Partnerschaften und einer engen Vernetzung mit den regionalen Haus- und Belegärzten. In unserer Strategie wird der Standort Horgen zum Gesundheitscampus und somit zur primären Anlaufstelle für alle medizinischen Probleme. Am traditionsreichen Standort Kilchberg ermöglichen wir den Belegärztinnen und -ärzten weiterhin die Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten aller Versicherungsklassen. Wie gesagt, erreichen wir dies nicht allein und sind auf die Haus- und Belegärzte sowie auf starke Partnerschaften angewiesen. 2021 werde ich unsere Kooperationsstrategie hartnäckig umsetzen und tragfähige Beziehungen und Partnerschaften aufgleisen.

 

Was aktuell etwas untergeht: Die Gesundheitsbranche steckt nach wie vor mitten im Wandel. Themen wie «Tarifentwicklung», «Digitalisierung» und «Arbeitgeberattraktivität» sowie insbesondere auch die bevorstehenden Änderungen im Spitalfinanzierungs- und -planungsgesetz inkl. Vergabe der Leistungsaufträge werden uns auch 2021 begleiten.

Was konnten Sie bereits umsetzen?

Wichtige Kooperationsverträge konnten wir bereits 2020 unterzeichnen. So konnten wir die Hirslanden-Gruppe als strategische Partnerin gewinnen. Die Kooperation ermöglicht der Hirslanden-Gruppe sowie deren Partnerärztinnen und -ärzte, an den Standorten Horgen und Kilchberg Spezialsprechstunden zu etablieren, die das bestehende medizinische Angebot des See-Spitals ergänzen. Im Gegenzug haben unsere Spitalärztinnen und -ärzte die Möglichkeit, spezialisierte Eingriffe an der Klinik Im Park durchzuführen. Das Fachgebiet der Urologie stärken wir in Zukunft durch eine Zusammenarbeit mit Uroviva, die ihre bereits bestehende Praxis in Horgen auf das Spitalgelände verlegt. Mit dem Kauf und Weiterbetrieb der Onkologie-Praxis von Dr. Hagen ist die Versorgung von Tumorpatientinnen und -patienten langfristig gesichert. Zudem konnten wir am Standort Kilchberg das Brustzentrum Zürichsee erfolgreich eröffnen. Wir haben aber auch an uns selbst gearbeitet. Mit der Reorganisation haben wir die internen Strukturen schlanker gemacht und die Entscheidungswege verkürzt. Einhergehend mit der neuen Positionierung als vernetztes, qualitätsbewusstes und bevölkerungsnahes Regionalspital haben wir auch einen Kulturwandel eingeleitet. Dies bedeutet, dass wir in Zukunft die Patienten- und Dienstleistungsorientierung verstärkt ins Zentrum stellen und mit unseren Partnern eine offene, zielgerichtete Kommunikation und transparente Information pflegen wollen. All diesen Massnahmen und der Neuausrichtung selbst wollen wir mit unserem Markenauftritt ein Gesicht geben.

Sie haben es angesprochen, das See-Spital zeigt sich in neuem Corporate Design. Was steht dahinter?

Wir wollen uns verändern. Die Herausforderungen gehen wir aktiv an und wir sind gewillt, unseren Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung am linken Zürichseeufer zu leisten. Genau das wollen wir mit unserem Auftritt unterstreichen. Neben dem neuen Design unseres Geschäftsberichts sowie unserer neuen übersichtlichen und Mobile-optimierten Webseite setzen wir vermehrt auf die sozialen Medien wie Facebook, LinkedIn und Instagram. Ein weiterer Fokus liegt auf Sponsoringaktivitäten. Dadurch unterstützen wir regionale Veranstaltungen, Vereine und Aktivitäten. Ganz einfach gesagt: Der neue Auftritt entspricht einem physischen Zeichen der neuen Positionierung des See-Spitals.

Gesundheitscampus

Mit dem geplanten Gesundheitscampus in Horgen schaffen wir eine primäre und partnerschaftliche Anlaufstelle für alle medizinischen Probleme. Kurze Wege, moderner Notfall und unsere Patienten im Fokus, widerspiegeln das Ziel unseres Neubaus am Standort in Horgen. Verfolgen Sie unseren Bau und informieren Sie sich über das Projekt auf unserer Webseite.

Zahlen, die für sich sprechen

Die Gesundheitsbranche befindet sich im Wandel. Das See-Spital hat 2020 wichtige Weichen gestellt, um für künftige Entwicklungen bereit zu sein und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies ganz im Sinn unserer Patientinnen und Patienten. Dank eines weitsichtigen Kosten- und Ertragsmanagements, ist es uns gelungen, das Jahresergebnis knapp ausgeglichen zu halten.

1,145

Mitarbeiter

165

Belegärzte

24.1

Zusatzversicherte in %

6,899

Operationen

706

Geburten

533

Coronafälle

8,721

Stationäre Patienten

4.7

Durchschn. Aufenthaltsdauer Tage Akutspital

13,006

Notfälle

0.899

CMI Case Mix Index

6.6

EBITDA-Marge

-10,055

Jahresergebnis CHF

133,927,170

Umsatz CHF

Der neue Geschäftsbericht widerspiegelt unseren Wandel, welchen wir im 2020 angestossen haben.

Markus Bircher, CEO

Der neue Geschäftsbericht widerspiegelt unseren Wandel, welchen wir im 2020 angestossen haben.

Markus Bircher, Direktor

Erfolgsrechnung/Bilanz

Die Rechnungslegung des See-Spitals erfolgt per Bilanzstichtag 1. Januar 2021 in Übereinstimmung mit den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER (gesamtes Regelwerk). Die Jahresrechnung vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage nach dem Prinzip «True and fair view».

 

KPMG hat die Jahresrechnung 2020 als Revisionsstelle geprüft. Der Stiftungsrat hat die Rechnung am 16. März 2021 genehmigt.