Geschäftsbericht 2025

Geschäftsbericht 2025

Interdisziplinarität - Über Fachgrenzen hinweg zur bestmöglichen Versorgung

Interviews

Interview Lorenzo Marazzotta 2025

Stiftungsratspräsident Lorenzo Marazzotta über die Highlights des Geschäftsjahres 2025 und seine Wünsche für die Zukunft.

Wie würde Sie das vergangene Jahr in Bezug auf das See-Spital charakterisieren? Welches waren die Highlights?

Ende 2024 hatten wir die letzte Etappe unseres Neubauprojektes abgeschlossen, 2025 markierte also unser erstes Jahr im komplett fertiggestellten Spitalgebäude. Dass beim Umzug und bei der Inbetriebnahme alles so reibungslos geklappt hat, war definitiv ein Highlight. Auch, dass das neue Haus von Mitarbeitenden und Patient*innen sehr positiv wahrgenommen wird, ist ein nicht zu unterschätzender Erfolg. Ein weiteres Highlight sind die Fallzahlen, die im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen sind. Mit der Auswahl eines neuen KIS-Informationssystems haben wir zudem einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung der internen Organisationsstrukturen gemacht.

Die Ambulantisierung ist ein grosses Thema im Gesundheitswesen. Was hat das See-Spital in dieser Hinsicht vor?

Unser Ambulantes Operationszentrum (AOZ) hatten wir bereits 2023 eröffnet. Damit setzen wir die Vorgabe der Politik – ambulant vor stationär –  um, indem wir stationäre Aufenthalte reduzieren, was die Kosten senken und die Effizienz steigern soll. Für Patient*innen besteht ein grosser Vorteil darin, dass das AOZ räumlich und organisatorisch ans Akutspital angebunden ist. So ist das AOZ an Infrastrukturen wie die Sterilisation oder die Apotheke gekoppelt, bei Bedarf ist auch ein Rückgriff aufs Spitalpersonal möglich. Unter dem Strich bedeutet dies, dass das medizinische Leistungsangebot – trotz Kostenreduktion – gesichert bleibt.

Wie steht es mit der Entwicklung des Gesundheitscampus? Welche Ziele konnten sie schon erreichen, was steht noch an?

Unser Partnernetzwerk bauen wir sukzessive aus, zuletzt haben wir anfangs 2025 die Bellevue Medical Group mit dem Neurozentrum Horgen ins Boot geholt. Doch auch unsere hauseigenen Abteilungen machen von sich reden. Sowohl die Endometrioseklinik als auch die Nephrologie-Praxis des See-Spitals wurden im vergangenen Jahr zertifiziert, was deren hohe Kompetenz in der Patient*innenbehandlung sowie in der Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses unterstreicht.

Fast 1000 Menschen sorgen jeden Tag für einen funktionierenden Spitalbetrieb? Was macht das See-Spital konkret, um die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu fördern?

Im See-Spital zu arbeiten, ist eine gute Entscheidung. Nicht nur wegen der Nähe zu Stadt und Natur, der schnellen ÖV-Anbindung und der schönen Aussicht auf den Zürichsee. Unsere Mitarbeitenden schätzen den ausgeprägten Teamgeist und den respektvollen Umgang miteinander. Zudem werden Mitarbeitende in der Gestaltung ihrer Karriere gefördert, 2025 konnten wir mehrere Leitungspositionen mit internen Bewerber*innen besetzen.  Ich sage es immer wieder: wer Karriere machen will, kommt ins See-Spital.

Interview Markus Bircher 2025

Für CEO Markus Bircher war das Geschäftsjahr 2025 eine Zeit im Spannungsfeld zwischen Konsolidierung und Innovation.

Die generelle Finanzierung von Spitälern ist in aller Munde, was macht das See-Spital, um sich diesen Schwierigkeiten zu stellen?

Das See-Spital hat in den vergangenen Jahren verschiedene Massnahmen ergriffen, um die wirtschaftliche Stabilität zu stärken und gleichzeitig die Versorgungsqualität hoch zu halten. Ein zentraler Schritt war die Konsolidierung auf einen Standort. Mit der Schliessung und dem Verkauf des Standortes Kilchberg konnten Prozesse gestrafft, Synergien genutzt und somit Kosten erheblich eingespart werden. Gleichzeitig investieren wir gezielt in nachhaltige und effiziente Infrastruktur. Unser Neubau setzt auf eine moderne Energieversorgung mit Photovoltaik, die einen grossen Teil des Tagesstrombedarfs deckt. Ergänzend sorgen Wärmepumpen für eine ressourcenschonende und wirtschaftliche Gebäudeklimatisierung.

 

Auch im operativen Alltag setzen wir auf Effizienz und verantwortungsvollen Ressourceneinsatz. Unser Projekt zur Reduktion von Food Waste trägt nicht nur zu mehr Nachhaltigkeit bei, sondern eröffnet auch finanzielle Einsparpotenziale. Mit der Einführung des ambulanten Operationszentrums (AOZ) vor drei Jahren hat das See-Spital zudem den Wandel hin zu ambulant vor stationär aktiv mitgestaltet. Dadurch konnten Abläufe weiter optimiert und die Versorgung für Patient*innen effizienter gestaltet werden. Darüber hinaus spielen Kooperationen eine immer wichtigere Rolle. Sie sind ein Erfolgsmodell, um medizinische Leistungen kosteneffizient zu erbringen, Know-how zu bündeln und Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Durch strategische Partnerschaften können wir Versorgungslücken vermeiden, die Qualität sichern und gleichzeitig wirtschaftlicher arbeiten.

Hinsichtlich Vergütung steht per 2026 der Systemwechsel von TARMED auf das neue ambulante Gesamttarifsystem an. Welche Vorteile und welche Herausforderungen sehen sie in diesem Wechsel?

Der Wechsel ist ein bedeutender Schritt für das Schweizer Gesundheitswesen. Das neue ambulante Gesamttarifsystem bildet die heutigen medizinischen Leistungen deutlich besser ab als das veraltete TARMED-System. Die Tarifstruktur ist differenzierter, zeitgemässer und orientiert sich stärker am tatsächlichen Aufwand. Dadurch wird die Vergütung transparenter und fairer. Gleichzeitig schafft das neue System mehr Anreize für eine effiziente, qualitativ hochwertige ambulante Versorgung und stärkt damit die Ausrichtung ambulant vor stationär, die auch für das See-Spital ein strategisch wichtiger Pfeiler ist.

 

Es gibt aber auch Herausforderungen:

 

– Die Komplexität nimmt zu. Die Kombination aus Einzelleistungstarif und parallelen ambulanten Pauschalen erfordert zusätzliche Abklärungen, Entscheidungen und Prozessanpassungen.

 

– Der Systemwechsel allein führt noch nicht zu einer finanziellen Verbesserung. Damit die Leistungen kostendeckend erbracht werden können, braucht es auf nationaler Ebene eine ausreichende Tarifhöhe.

 

– Für das See-Spital bedeutet die Umstellung einen erheblichen organisatorischen Aufwand: Prozesse müssen überprüft, Kodierungs- und Abrechnungsstrukturen angepasst und Mitarbeitende geschult werden.

 

Insgesamt sehen wir im neuen Tarifmodell eine Chance für mehr Transparenz und eine zeitgemässe Abbildung medizinischer Leistungen. Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Spitäler auch wirtschaftlich nachhaltig arbeiten können.

Durch die Bildung von verschiedenen Kompetenzzentren – der zertifizierten Endometrioseklinik, dem Beckenbodenzentrum, den Schlafzentrum und dem Brustzentrum – wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit am See-Spital gestärkt. Welche Vorteile hat dies für die Patient*innen?

Die integrierte Versorgung ist ein zentraler Bestandteil einer modernen und patient*innenorientierten Gesundheitsversorgung. Mit der Bildung unserer spezialisierten Kompetenzzentren bieten wir Patient*innen medizinische Expertise gebündelt an einem Ort. In jedem Zentrum arbeiten Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen eng zusammen. So profitieren Patient*innen von einem ganzheitlichen medizinischen Ansatz, bei dem Beschwerden nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Gesamtkontext. Diagnostik, Beratung und Behandlung erfolgen in interdisziplinärer Abstimmung, wodurch Doppelspurigkeiten vermieden, Behandlungswege verkürzt werden. Darüber hinaus sorgt die zentrale Koordination innerhalb der Zentren für eine spürbare Entlastung der Patient*innen. Termine – sei es für Sprechstunden, Abklärungen oder Therapien – werden aufeinander abgestimmt organisiert.

Das Thema KI ist im Trend. auch, wenn es um Fragen der Gesundheitsversorgung geht. In welchen Bereichen sind KI-Systeme am See-Spital im Einsatz?

Am See-Spital setzen wir künstliche Intelligenz gezielt dort ein, wo sie die Patient*innensicherheit erhöht und die Behandlungsqualität unterstützt. Aktuell kommen zwei neue KI-basierte Systeme zum Einsatz. Seit 2025 nutzen wir das Überwachungssystem Teton, das die Pflegemitarbeitenden im Alltag unterstützt – insbesondere bei Patient*innen mit Demenz oder im Delir. Das System arbeitet mit einer kamerabasierten KI, die Bewegungen im Zimmer erkennt und interpretiert. Bei Anzeichen einer Sturzgefahr sendet Teton automatisch eine Benachrichtigung auf die mobilen Geräte der Pflegefachpersonen. So können sie schneller reagieren und Stürze frühzeitig abwenden.

 

In der Onkologie setzen wir die App Medidux ein, womit Krebspatient*innen ihre Symptome, ihr Wohlbefinden und Veränderungen ihres Gesundheitszustands einfach dokumentieren können. Die KI analysiert diese Eingaben fortlaufend und erkennt Muster, die auf bevorstehende Komplikationen oder einen notwendigen Arztbesuch hinweisen könnten. So werden Behandlungsteams frühzeitig alarmiert und können rechtzeitig reagieren.

 

Zudem haben wir 2025 den Entscheid für ein neues Klinisches Informationssystem (KIS) getroffen. Dieses bietet uns die Möglichkeit, künftig weitere KI-Komponenten Schritt für Schritt zu integrieren – etwa für klinische Entscheidungsunterstützung, Dokumentationsautomatisierung oder Ressourcenplanung. Damit schaffen wir die technologische Basis, um KI langfristig breiter und sinnvoll im Klinikalltag einzusetzen. Beide bereits eingesetzten Systeme helfen uns, Risiken früh zu erkennen, Patient*innen engmaschiger zu begleiten und Abläufe effizienter zu gestalten – und das neue KIS öffnet die Tür für die nächste Entwicklungsstufe.

Wenn man die Wortbedeutung beachtet, bedeutet Interdisziplinarität zunächst nur, dass mehrere Disziplinen – gemeint sind medizinische Fachrichtungen – in einen Austausch treten. In einer Gesundheitsinstitution wie dem See-Spital erfüllt dieser Austausch einen ganz bestimmten Zweck, nämlich der, dass Patient*innen die bestmögliche Behandlung erhalten.

 

Der Aspekt der optimalen Betreuung steht auch in unserem Imagefilm im Zentrum:

Stolz auf unsere Leistungen im 2025.

975
Mitarbeitende

143
Belegärzt*innen

24.3
Zusatzversicherte in %

6’793
Operationen

626
Geburten

9’977
Stationäre Patient*innen

4.5
Durchschn. Aufenthaltsdauer Tage Akutspital

18’998
Notfälle

4’996
Einsätze Rettungsdienst

109’046
Ambulante Kontakte*

*Anzahl Patient*innenkontakte für Konsultationen, Beratungen und Therapien (fachbereichsübergreifend)

0.917
CMI Case Mix Index

7.9%
EBITDA-Marge

2’980’416
Jahresergebnis CHF

161’324’082
Umsatz CHF

Um Patient*innen gut zu behandeln, muss man sich vom Gärtchendenken verabschieden.

Dr. Alexander Turk, Chefarzt Medizinische Klinik

Um Patient*innen gut zu behandeln, muss man sich vom Gärtchendenken verabschieden.

Dr. Alexander Turk, Chefarzt Medizinische Klinik

Erfolgsrechnung/Bilanz

Die Rechnungslegung des See-Spitals erfolgt per Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 in Übereinstimmung mit den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER (gesamtes Regelwerk). Die Jahresrechnung vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage nach dem Prinzip «True and fair view».

KPMG hat die Jahresrechnung 2025 als Revisionsstelle geprüft. Der Stiftungsrat hat die Rechnung am 15. April 2026 genehmigt.

Die vollständige Jahresrechnung kann angefordert werden bei markus.wuermli@see-spital.ch

Erfolgsrechnung

Geschäftsjahr 2025

Bilanz

per 31. Dezember 2025