Geschäftsbericht 2021

Geprägt durch permanente Anpassungsfähigkeit

Geschäfts-bericht 2021

2021 forderte uns mit permanenter Anpassungsfähigkeit

Ein strategisch wichtiges Jahr für die Zukunft des See-Spitals liegt hinter uns.

Interviews

Interview mit Lorenzo Marazzotta

Im Interview spricht Stiftungsratspräsident Lorenzo Marazzotta über die grössten Herausforderungen im vergangenen Jahr und blickt auf seine Höhepunkte im 2021 zurück

Welche waren für die Stiftung See-Spital die grössten Herausforderungen im vergangen Jahr?

Der klinische Alltag war zweifellos von der Bewältigung der Corona-Pandemie dominiert. Die Betreuung der schwer erkrankten Patientinnen und Patienten stellt hohe Anforderungen. Gleichzeitig muss der ordentliche Spitalbetrieb aufrechterhalten werden. Diese Situation hat die Mitarbeitenden an ihre Belastungsgrenze gebracht – einige sogar darüber hinaus. Dafür verdienen sie grösste Anerkennung.

Parallel dazu hat die Pandemie auch finanzielle Auswirkungen. Der Standort Kilchberg musste in der ersten Welle geschlossen werden und konnte danach die Auslastung der Vorjahre nicht mehr erreichen. Die Notwendigkeit der Konzentration auf den Standort Horgen zeigte sich in aller Deutlichkeit.

Gleichzeitig hiess es, unseren Neubau NEO und die Projekte für das künftige Gesundheitszentrum in Horgen entschlossen voranzutreiben. Auch dies war eine grosse Herausforderung.

Diese Ballung von Herausforderungen war ausserordentlich. Wir dürfen stolz darauf sein, dass das Team See-Spital diese schwierige Zeit so hervorragend gemeistert hat.

An welchen positiven Höhepunkt erinnern Sie sich besonders gern?

Davon gibt es einige. Es waren vor allem die Momente, in denen ich gespürt habe, was für ein starker Teamgeist im See-Spital herrscht. Die Chance, einen zukunftsweisenden Gesundheitscampus in Horgen aufzubauen, wurde mit grosser Entschlossenheit gepackt. Da haben alle am gleichen Strick gezogen. Das hat mich tief beeindruckt.

Die Pflegeinitiative wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Welche Auswirkungen hat dieser Entscheid für die Zukunft des See-Spitals

Die hohe Zustimmung ist eine starke und verdiente Anerkennung der Pflege. Im Parlament wird es jetzt darum gehen, die bereits erarbeitete Bildungsoffensive so rasch wie möglich umzusetzen und in der Folge die weiteren Forderungen der Initiative in ein Gesetz zu kleiden.

Die künftigen Auswirkungen auf das See-Spital sind noch völlig ungewiss. Sicher ist, dass die Kosten steigen werden. Die Frage wird sein, wie diese Kosten abgefedert werden – etwa durch höhere Beiträge. Zudem ist es wichtig, dass das Gesundheitswesen nicht durch Grabenkämpfe der Berufsgruppen geschwächt wird. Denn die hohe Zustimmung für die Initiative widerspiegelt die Anerkennung aller Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Vor diesem Hintergrund sollte man das positive Momentum zu nutzen und sagen: Wir möchten unserem Gesundheitssystem Sorge tragen! Und Sorge tragen bedeutet, dass wir als Schweizer Bevölkerung bereit sind, Geld dafür auszugeben.

Das See-Spital hat sich letzten Sommer für die Spitalliste 2023 beworben. Wie lautet Ihre Prognose hinsichtlich der Evaluation?

Über die bevorstehenden Entscheide der Gesundheitsdirektion zu spekulieren, bringt nichts. Wir sind aber guten Mutes und gehen davon aus, dass unsere Leistungsaufträge bestätigt werden.

Interview mit Markus Bircher

Dr. Markus Bircher, CEO erklärt, was er positives aus der Corona-Krise ziehen kann und welche Einflüsse Spitaltrends auf das See-Spital und den Gesundheitscampus haben.

Die Covid-Pandemie war auch 2021 über weite Strecken das bestimmende Thema. Können Sie der Krise auch etwas Positives abgewinnen?

Klar prägt die Corona-Pandemie das Gesundheitswesen und auch unser Spital. Die Krise ist eine Geduldsprobe und verlangt unsere permanente Anpassungsfähigkeit. Dennoch sehe ich positive Punkte, welche wir aus der Krise gewinnen können. Dazu gehört die sehr gute und intensive Zusammenarbeit der Zürcher Spitäler untereinander. Wir haben einen so genannten “Code of Conduct” Verhaltenskodex einberufen, ein gegenseitiges Versprechen, uns zu unterstützen und Patientinnen und Patienten in dem Spital unterzubringen, wo sie am besten behandelt werden. Der tägliche Austausch und die unkomplizierte Verschiebung von Patientinnen und Patienten zeigt mir, dass diese Zusammenarbeit sehr gut funktioniert.
Weiter brachte die Pandemie die Wichtigkeit eines nahen Regionalspitals mit einem umfassenden Leistungsangebot noch klarer hervor. Die Wahrnehmung in der Bevölkerung hat sich diesbezüglich gestärkt – man schätzt ein regionales, gut funktionierendes Gesundheitswesen. Und nicht zuletzt bestätigt mir die Krise, dass die Mitarbeitenden des See-Spitals die tragende Stütze sind und sich tagtäglich engagiert und pflichtbewusst für das Wohl unserer Patientinnen und Patienten einsetzen.

- Sie möchten viel verändern. Doch Veränderung kann ein zäher Prozess sein. Wie motivieren Sie sich und andere, offen für Neues zu bleiben und Dinge nicht mehr auf die altbewährte Art zu machen?

Als CEO hätte ich natürlich meine Visionen am liebsten schon heute umgesetzt. Doch mir ist klar, dass Veränderungsprozesse Zeit brauchen.
Persönlich habe ich keine Mühe, mich für Etwas zu motivieren. Ich finde Veränderungsprozesse spannend und notwendig. Wandel bringt täglich Neues und erfordert Anpassungsfähigkeit.

Ich sehe meine Verantwortung darin, die Gründe für die anstehenden Veränderungen transparent zu machen und Lösungswege aufzuzeigen. Je klarer ich dabei bin, desto motivierter ist mein ganzes Team.

Spitaltrends wie Digitalisierung oder etwa Hospital at Home sind in aller Munde. Wie steht das See-Spital diesen Trends gegenüber?

Bei diesen Trends kommen verschiedene Aspekte der digitalen Vernetzung zum Tragen. Ein Ziel besteht beispielsweise darin, die personalisierte Medizin mit den Lebensumständen der Patientinnen, bzw. Patienten zu koppeln. Dank digitalen Hilfsmitteln sollen Menschen die Möglichkeit bekommen, sich teilweise selbst zu therapieren. Damit das klappt, müssen Gesundheitsdaten zwischen Patienten und klinischem Personal, bzw. klinischen Systemen frei fliessen und genutzt werden können. Die Herausforderung besteht aktuell darin, all diese Themen zu konsolidieren und eine Konvergenz für deren gewinnbringende Nutzung zu erarbeiten.

Wir als See-Spital stehen diesen Trends offen gegenüber. Die Digitalisierung gehen wir aktiv an. Die integrierte Versorgung verfolgen wir mit der Realisierung unseres Gesundheits-Campus am Standort Horgen, wo wir eine patientenzentrierte Versorgung zur Verfügung stellen werden. Das See-Spital spielt eine Vorreiterrolle in der vernetzten Patientenversorgung, indem wir in den letzten Jahren starke Partnerschaften zugunsten unserer Patientinnen und Patienten eingegangen sind.

Wenn Sie auf das letzte Jahr zurückblicken, was hat Sie persönlich besonders bewegt, bzw. beeindruckt?

Ich bin stolz auf das ganze See-Spital-Team. Die Corona-Pandemie stellt alle vor massiv erschwerte Arbeitsbedingungen. Dazu kommen die grossen Personalengpässe, welche aktuell nicht zu füllen sind. Ich habe grössten Respekt vor der Leistung aller Mitarbeitenden, welche unter diesen erschwerten Bedingungen für unsere Patientinnen und Patientinnen zur Verfügung stehen.

Dazu kommt, dass unser Betrieb seit dem Start des Neubaus NEO vor zweieinhalb Jahren, trotz der grossen Baustelle, reibungslos läuft. Was in dieser Konstellation von unseren Mitarbeitenden verlangt wird ist unglaublich.

Fokus auf den Standort Horgen

Mit dem strategischen Entscheid, der Konzentration des Angebotes am Standort Horgen erarbeiten wir uns erhebliche betriebliche Vorteile. Das See-Spital nimmt mit diesem Schritt die medizinische und gesundheitspolitische Entwicklung vorweg und stärkt die langfristige Wirtschaftlichkeit. Die Konzentration der Leistungserbringung am Standort Horgen stellt die Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt. Kurze Wege, eine moderne Infrastruktur und der heutigen Zeit angepasste digitale Prozesse ermöglichen eine optimale Patientenbetreuung und Behandlung.

Stolz auf unsere Leistungen im 2021.

Mit der Entscheidung, uns in Zukunft auf den Standort Horgen zu konzentrieren und der bestehenden Belastung durch die Bewältigung der Corona-Pandemie, waren im vergangenen Jahr vor allem unsere Fähigkeiten zur Veränderung und ein hohes Mass an Flexibilität und Durchhaltewillen gefragt. Dank eines weitsichtigen Kosten- und Ertragsmanagements, ist es uns gelungen, mit einem Gewinn von CHF 1,1 Mio. ein solides Jahresergebnis zu erwirtschaften.

1,075

Mitarbeiter

155

Belegärzte

22.9

Zusatzversicherte in %

6,817

Operationen

876

Geburten

9,596

Stationäre Patienten

4.6

Durchschn. Aufenthaltsdauer Tage Akutspital

15,518

Notfälle

0.910

CMI Case Mix Index

6.7

EBITDA-Marge

1,074,041

Jahresergebnis CHF

146,817,348

Umsatz CHF

Die Krise ist eine Geduldsprobe, dennoch können wir auch positive Punkte aus der aktuellen Situation gewinnen.

Markus Bircher, CEO

Die Krise ist eine Geduldsprobe, dennoch können wir auch positive Punkte aus der aktuellen Situation gewinnen.

Markus Bircher, Direktor

Erfolgsrechnung/Bilanz

Die Rechnungslegung des See-Spitals erfolgt per Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 in Übereinstimmung mit den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER (gesamtes Regelwerk). Die Jahresrechnung vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage nach dem Prinzip «True and fair view».

KPMG hat die Jahresrechnung 2021 als Revisionsstelle geprüft. Der Stiftungsrat hat die Rechnung am 23. März 2022 genehmigt.

Die vollständige Jahresrechnung kann angefordert werden bei markus.wuermli@see-spital.ch

Erfolgsrechnung

Geschäftsjahr 2021

Bilanz

per 31. Dezember 2021